Volieren vs. herkömmliche Käfige

Der grundlegende Unterschied zwischen einer Voliere und einem herkömmlichen Käfig liegt vor allem in den Anschaffungskosten. Wenn man etwas handwerkliches Geschick besitzt, kann man kostengünstig eine Voliere „Marke Eigenbau“ passgenau an die räumlichen Gegebenheiten anpassen und bei Bedarf Wählt man als Unterbringung für die Glider einen handelsüblichen Käfig oder eine Voliere, sollte wie bereits erwähnt wegen der ungeahnten Ausbruchskünste der Glider auf eine möglichst gute Qualität geachtet werden. Als Faustregel gilt, dass keine Lücke größer als zwei Finger breit sein darf und der Abstand der Gitterstäbe 16 mm nicht überschreiten sollte. Lücken findet man vor allem im Bereich der Käfigdecke, an den Türen und am Käfigboden – oftmals gibt es hier eine Gittereinlage als Boden, die das Käfiginnere vom Sammelbehälter trennt. Hier muss man sicherstellen, dass alle Teile stets bündig abschließen oder man muss gegebenenfalls nachbessern.

Manche Käfige haben eine Klappe, die eine einfache Entsorgung des Sammelbehälters erleichtern soll. Auch hier sollte man darauf achten, dass die Klappe vernünftig verschlossen wird und der Rost bündig angebracht ist, da sonst die Glider den Fluchtweg über die Klappe eher früher als später finden werden. Käfige und Volieren sollten pulverbeschichtet oder aus Edelstahl sein. Hier sei eine Warnung ausgesprochen: Sugar Glider sind richtige „Dreckspatzen“! Wenn man verhindern will, dass die Glider aufgrund ihrer eher schlechten Etikette Essensreste und Unrat an den Wänden hinterlassen, sollte man in Erwägung ziehen, den Käfig an den Wandseiten abzudecken, wie z.B. mit Fleece-Stoff oder auch einem Duschvorhang.

Bei der Positionierung des Käfigs ist darauf zu achten, starken Luftzug und direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Außerdem ist ein Platz zu finden, der tagsüber ruhig genug ist, um den Tieren einen gesunden Schlaf zu ermöglichen, und der verhindert, dass andere unbeaufsichtigte Haustiere den Käfig erreichen können. Obwohl Sugar Glider nachtaktiv sind, brauchen sie einen regelmäßigen Tag-Nacht-Rhythmus. Das Zimmer, in dem die Tiere untergebracht werden, sollte also lichtdurchflutet sein (stark abdunkelnde Vorhänge sollten vermieden werden).

Eine Haltung der Sugar Glider im Schlafzimmer ist nicht ratsam; sie sind sehr lebhafte nachtaktive Tiere und würden den nächtlichen Schlaf der Halter mit Sicherheit stören. Sugar Glider haben einen starken Bewegungsdrang, klettern und springen unermüdlich die ganze Nacht in der Voliere herum, laufen im Laufrad und es kommt mitunter auch zum lautstarkes Rufen (auch bellen genannt). Oft wird berichtet, dass sich der Bewegungsdrang und das Bellen der Tiere bei Vollmond noch verstärkt. Durch ihre nächtlichen Aktivitäten und den damit einhergehenden Lärmbelästigungen, raten wir von einer Haltung im Schlafzimmer ab. Ebenso wenig ist es empfehlenswert, die Tiere im Schlafzimmer frei herumlaufen zu lassen, während man selbst schläft. Freilaufende Glider benötigen permanente Aufsicht, andernfalls klettern die Tiere an Wänden und Vorhängen hoch, kriechen in die kleinsten Ecken, verstecken sich praktisch überall, knabbern alles an und können sich mitunter in Gefahr bringen. Kurzum – es ist schlicht und ergreifend zu unsicher!

Auch sollte vom Gedanken Abstand genommen werden, die Tiere mit ins Bett nehmen zu wollen. Die Gefahr, die Glider zu zerquetschen oder zu ersticken, ist einfach zu hoch. Man sollte jederzeit wissen, wo sich die Glider aufhalten und gut auf sie aufpassen. So schön der Gedanke auch ist, den Tieren in ihrer Aktivphase Freiraum außerhalb des Käfigs zu gewähren, sollte dabei stets die Sicherheit der Glider an erster Stelle stehen.

Das natürliche Habitat der Glider sind gemäßigt warme bis tropische Wälder, weswegen sie bei ausreichender Wärme gehalten werden sollten. Falls die Temperatur auf einen zu niedrigen Wert fallen sollte, können Sugar Glider in einen Zustand der Starre, den sogenannten Torpor, verfallen. Dieser kann tödlich sein, wenn er nicht erkannt und abgewandt wird. Bei zu warmen Temperaturen esteht allerdings die Gefahr, dass die Tiere überhitzen. Die Raumtemperatur sollte keinesfalls dauerhaft unter 20° C fallen; eine Temperatur von ungefähr 22-27° C ist ratsam.

Die Luftfeuchtigkeit sollte ebenfalls berücksichtigt werden. Heizungsluft sorgt für ein relativ trockenes Klima, das sich negativ auf die Glider auswirken kann. Ihre Haut ist sehr empfindlich und trocknet bei fehlender Feuchtigkeit aus und beginnt rissig zu werden. Spätestens wenn die Haut an den Ohrspitzen der Glider beginnt, spröde zu werden, sollte man Maßnahmen ergreifen, die Feuchtigkeit im Raum zu erhöhen.

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