Sugar Glider zusammenführen

Falls Sie sich entscheiden sollten, Sugar Glider von zwei verschiedenen Züchtern zu erwerben, sollte man die Vergesellschaftung der Tiere gründlich vorbereiten, um Stress und das Risiko von Kämpfen unter den Tieren zu vermeiden.

Anfangs kann es sinnvoll sein, neuerworbene Tiere vor der Vergesellschaftung unter Quarantäne zu halten. Es ist unwahrscheinlich – vor allem, wenn man einen vertrauenswürdigen Züchter ausgewählt hat –, dass die Tiere ernsthaft krank oder parasitär befallen sind, aber hier ist Vorsicht besser als Nachsicht.

Da Sugar Glider nicht gut in Einzelhaltung zurechtkommen, ist es nicht ratsam, sie länger als zwei Wochen in Quarantäne zu belassen. Es kann auch sinnvoll sein, die neuen Tiere beim Tierarzt vorzustellen und Kotproben zu entnehmen, um innere Parasiten auszuschließen. Hier ist jedoch abzuwiegen, inwieweit die Tiere unnötigem Stress ausgeliefert werden, vor allem, wenn die Tiere noch nicht auf Sie als Besitzer geprägt sind.

Dies sind einige grundsätzliche Richtwerte, die bei der Vergesellschaftung beachtet werden müssen:

  • Berücksichtigung der Gruppendynamik in der Kolonie (siehe „Dynamik in der Kolonie“)
  • Nie ein unkastriertes, adultes Männchen mit einem jungen Weibchen vergesellschaften – Weibchen sollten mindestens ein Jahr alt sein, bevor man sie mit einem zeugungsfähigen Männchen zusammenführt.
  • Stellen Sie sicher, dass beide Sugar Glider eine vergleichbare Körpergröße haben.
  • Die Sugar Glider sollten nicht einfach nur im Käfig zusammengeführt und sich selbst überlassen werden.

Man sollte zunächst die beiden Käfige, in denen sich die Tiere befinden, nebeneinander mit einem geringen Abstand von etwa 30 cm aufstellen, sodass sich die Tiere sehen, hören und riechen können, ohne dass sie im direkten Kontakt zueinander sind.

Sugar Glider erkennen andere Mitglieder der Kolonie am Geruch. Deshalb sollte man versuchen, die Tiere mit dem Geruch des jeweils anderen vertraut zu machen. Vor der Zusammenführung sollte der Schlafplatz, im besten Falle eine Pouch, für eine lange Zeit nicht gesäubert oder ausgetauscht werden, damit der Geruch intensiv ist. Ist dies der Fall, kann man die Schlafplätze zwischen den Käfigen austauschen. Dieser Tausch sollte für einige Tage, in etwa eine Woche, wiederholt werden. Währenddessen sollte beobachtet werden, wie die Tiere in den beiden Käfigen aufeinander reagieren. Nach dieser Phase kann damit begonnen werden, die Tiere unter Aufsicht einander bekannt zu machen. Hier bietet sich der frühe Abend an; eine Zeit, in der die Tiere für gewöhnlich noch nicht maximal aktiv sind und das Handling leichter fällt. Einige empfehlen hierfür ein handelsübliches Schlafzelt. Es bietet einen überschaubaren, geschlossenen Raum, in dem man selbst, falls es zu Problemen bei der Zusammenführung kommt, schnell eingreifen kann. Es sollte darauf geachtet werden, viele kleine Leckerchen und Spielsachen anzubieten, damit die Sugar Glider möglichst stressfrei sind und Motivation haben, miteinander zu interagieren.

Dieses Zusammenführen unter Aufsicht kann beliebig oft wiederholt werden. Ist nach einer Woche das Verhalten der Sugar Glider untereinander gut, ist ein Zusammenlegen in die Voliere unbedenklich. Im Idealfall ist die Voliere sauber und mit einer neuen Nistbox/Pouch und sauberem Spielzeug ausgestattet. Da man hierfür mindestens drei Käfige benötigt, ist dies natürlich nicht immer zu gewährleisten.

Falls ein weiterer sauberer Käfig zur Verfügung steht, perfekt! Falls nicht, sollte einer der beiden Käfige so gründlich wie möglich gereinigt werden, mit neuen Spielsachen und einem neuen Schlafplatz eingerichtet werden und die beiden Sugar Glider dann tagsüber in den sauberen Käfig gesetzt werden. Dazu nimmt man beide Tiere aus ihrem jeweiligen Schlafplatz heraus und lässt die beiden die neue Umgebung im Käfig erkunden. Da die beiden Tiere müde sein werden, werden sie wahrscheinlich schnell den neuen Schlafplatz ansteuern.

Man sollte die Tiere beobachten, bis beide den Schlafplatz aufgesucht haben. Dies gilt auch, wenn die Tiere aufwachen. Stellen Sie zwei verschiedene Futterstellen zur Verfügung, um unnötigen Zank um das Fressen zu vermeiden. Man sollte in den ersten Stunden bereit sein, einzuschreiten, falls es zu Kämpfen kommen sollte. Wenn man aber den beschriebenen Zusammenführungsprozess beachtet hat und das Verhalten der Tiere vorher richtig gelesen hat, dürfte es zu keinen Aggressionen kommen.

Bei Sugar Glidern kommt es immer wieder zu Zankereien, gelegentliches Ankeifen oder eine kleine Rauferei um das Futter sind normal. Falls eine Rauferei unter den Tieren zu aggressiv werden sollte, müssen die Tiere getrennt und im Anschluss eine Fehleranalyse durchgeführt werden.

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