Einrichtung der Volieren und Käfige

Sugar Glider benötigen einen warmen, gemütlichen Schlafplatz. In freier Wildbahn leben sie in Baumhöhlen, in denen sie sich mit Federn, Eukalyptusblättern und verschiedenen anderen Gegenständen, die gut isolieren, ein Nest bauen.

In Menschenhand bevorzugen die Glider kleine Beutel, die sogenannten Pouches. Hier ist Achtsamkeit geboten, denn viele Glider nagen an den Pouches und es kann dazu kommen, dass sich ihre langen Krallen verfangen und verheddern. Deswegen sollten die Pouches täglich kontrolliert und bei gelösten Fäden oder starken Verbrauchserscheinungen direkt entsorgt werden. Üblicherweise werden die Pouches aus Fleece hergestellt (bei anderen Stoffen ist die Gefahr zu hoch, dass sich die Tiere verfangen), außerdem haben sie eine extrafeine Naht und einen versteckten Saum. Pouches können in verschiedenen Online-Shops aus den USA und Großbritannien nach Deutschland/Österreich bestellt werden. Man sollte jedoch darauf achten, einen seriösen Verkäufer und kompetentes und fachkundiges Handwerk auszuwählen.

Manche Halter berichten über gute Erfahrungen mit Nistboxen für Vögel aus Holz. Hier ist darauf zu achten, den Glidern genug Nistmaterial zur Verfügung zu stellen. Außerdem kann es dazu kommen, dass die Glider auf die Box urinieren und somit einen strengen Geruch verursachen. Bei genügend Nistmaterial werden Nistboxen jedoch von den Glidern sehr gut angenommen.

Im Käfig sollte den Glidern mehr als ein Schlafplatz zur Verfügung stehen, denn auch wildlebende Sugar Glider nisten in mehreren Baumhöhlen gleichzeitig. Sollte es Probleme innerhalb der Gruppe geben, ist es ebenso ratsam, mehr als einen Futterplatz anzubieten, da die Glider beim Fressen von Zeit zu Zeit aggressiv auf Artgenossen reagieren. Um sicherstellen, dass alle Glider in der Gruppe die Möglichkeit haben zu fressen, sollten diese Futterplätze weitestmöglich voneinander entfernt sein, möglichst außer Sichtweite.

Eine Möglichkeit, den Verunreinigungen durch herumliegendes Futter zuvorzukommen, ist es, den Sugar Glidern das Futter in einer sogenannten „Gider Kitchen“ anzubieten.

Aufgrund des hohen Bewegungsdrangs von Sugar Glidern, sollte auf Laufräder bei der Ausstattung der Voliere nicht verzichtet werden. Sie stellen nicht nur eine wichtige Beschäftigung für die Glider dar, sie helfen
außerdem durch die körperliche Betätigung bei der Aufnahme von Calcium. Wilde Glider bewegen sich mehrere Kilometer pro Nacht, indem sie sich zwischen den verschiedenen Futterstellen und Schlafplätzen hin- und herbewegen. In menschlicher Obhut sind die Wege für die Tiere deutlich kürzer, weswegen sie die Bewegung im Laufrad dringend benötigen und dankend annehmen.

Das Laufrad sollte ein speziell auf Sugar Glider ausgerichtetes Laufrad sein. Wir empfehlen das Stealth Wheel bzw. das Freedom Wheel. Beide können aus den USA oder Großbritannien bezogen werden und sind mit speziellen Einlagen erhältlich, die dabei helfen, die Krallen der Glider kurz zu halten.

Bei Einrichtungsgegenständen lauert bedauerlicherweise überall die Gefahr, dass sich die Sugar Glider verletzen können und da man die Kleinen nun einmal nicht in Watte packen kann (obwohl das bei einigen ziemlich notwendig erscheint!), sollte man als Halter alle Entscheidungen bei der Einrichtung erst nach reiflicher Überlegung treffen, unnötige Risiken vermeiden und REGELMÄSSIG die Umgebung der Tiere und die Einrichtungsgegenstände auf Verschleiß und Beschädigungen untersuchen.

Auf keinen Fall sollten Laufräder aus Metall oder Draht für Sugar Glider (im Übrigen auch für alle anderen Tiere) verwendet werden, da sie bereits viele Verletzungen und Todesfälle bei Glidern verursacht haben. Falls Sie einen Käfig kaufen sollten, der ein solches Laufrad eingebaut hat, sollten sie das Rad entfernen, bevor Sie die Glider in den Käfig setzen.

An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass auch Laufräder aus Holz eine mögliche Gefahrenquelle darstellen und bei einigen Tieren schon zu Verletzungen und Entzündungen an den Pfoten geführt haben.

Äste sind eine großartige Bereicherung in einer Sugar-Glider-Voliere. Hier sollte darauf Acht gegeben werden, dass diese Äste unbehandelt und ungiftig sind. Die Glider haben großen Spaß daran, die Rinde der Äste abzunagen, Blätter herumzutragen und als Polsterung für ihren Schlafplatz zu benutzen. Die Äste bieten zum einen fantastische Enrichment-Möglichkeiten, zum anderen leisten sie einen wichtigen Beitrag für eine gute Mundhygiene der Glider, da sie an den Ästen nagen können.

Eine weitere Möglichkeit, Äste als Mittel zum Enrichment einzusetzen, ist es, Löcher in die Äste zu bohren und diese mit Mehlwürmern, einer Wachsmade oder auch Akaziengummi zu füllen.

Beliebte Hölzer unter Glider-Haltern sind u.a. Apfel, Birne, Weide und Javaholz. Eukalyptus und Akazie sind für Glider ebenfalls ungefährlich, jedoch nicht so leicht zu beziehen; es sei denn, man baut sie selbst an.

Laut Dr. Stephen Jackson vom Melbourne Zoo, sind alle Arten der Akazie (in Bezug auf ihren Saft), Banksia, Zylinderputzer, Corymbia, Eukalyptus, Myrtenheide (in Bezug auf Nektar und Pollen) für Sugar Glider geeignet.

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