Der Kauf von Sugar Glidern

Grundsätzlich sollte man Sugar Glider nicht in einem Zoofachgeschäft kaufen! Es ist nicht ungewöhnlich, dass man dort Tiere erwirbt, die nicht ausreichend sozialisiert und aggressiv sind. In Zoofachgeschäften mangelt es oftmals an Fachwissen über die Glider-Haltung und die richtige Ernährung von Sugar Glidern, sodass diese Tiere später oftmals bedingt durch Fehlernährung an Gesundheitsproblemen leiden. Glider vom Tierhändler sind häufig nicht an die Hand gewöhnt, oftmals unangemessen untergebracht, ihre Herkunft ist unbekannt oder ihr Geschlecht wird falsch angegeben.

Man muss natürlich anmerken, dass man hier keine verallgemeinernden Schlussfolgerungen in Bezug auf Zoofachgeschäfte und die Kompetenz der Mitarbeiter ziehen sollte, jedoch ist man mit einem erfahrenen Züchter grundsätzlich besser beraten.

Über die erwähnten Probleme eines Zoofachgeschäfts hinaus ist es wohl fast unmöglich, an diesem Ort eine gesunde Umgebung für die Glider zu schaffen. Die Geschäftszeiten und die Aktivitätsphasen der Tiere überschneiden sich fast überhaupt nicht, was zur Folge hat, dass die Sugar Glider einerseits in ihrer Ruhephase vom Ladenbetrieb gestört werden und die Pfleger andererseits keine Interaktion mit den Tieren haben und sie nicht beschäftigen, wenn diese in der Nacht am aktivsten sind.

Wenn jedoch das Tiergeschäft die einzige Option ist, da man keinen erreichbaren Züchter finden kann, ist es wichtig, vor Ort im Geschäft viele Fragen an die Pfleger zu stellen. Dieser Haltungsratgeber kann dabei eine gute Grundlage sein, Fragen in Bezug auf Ernährung, Unterbringung und Haltungsanforderungen vorzubereiten. Fragen Sie auch, ob Sie sich ein Bild darüber machen können, wie die Pfleger mit den Glidern die täglichen Routinen durchführen. Falls die Pfleger dabei zu Gartenhandschuhen greifen oder die Glider bis zur kompletten Bewegungslosigkeit fixieren, ist von einem Kauf dringend abzuraten!

Es ist immer ratsamer, sich die Zeit zu lassen, einen geeigneten Züchter oder eine Person, die Tiere aus privater Hand abzugeben hat, zu finden. Jedoch muss man sich leider auch vor schlechten Züchtern in Acht nehmen. Auch beim Züchter ist es ratsam, viele Fragen vorzubereiten, um sich über die Haltungsbedingungen zu vergewissern. Von einem guten Züchter darf erwartet werden, dass sie oder er Haltungsbedingungen transparent macht und im Internet mit aktuellen Bildern und Videos über die Haltung informiert und denen, die Interesse an einem Joey haben, regelmäßig über die Entwicklung der Jungtiere berichtet.

Ebenso ist es wichtig, sich beim Züchter über den Ernährungsplan der Glider zu informieren. Falls man eine andere Ernährung einführen möchte, ist es oft ratsam, die Nahrungsumstellung langsam und progressiv vorzunehmen, um die Verdauung der Tiere zu schonen. Erfahrungsberichte zeigen, dass die SGS 2-Diät von Tieren im Allgemeinen sehr schnell und gut angenommen wird. Hier ist eine direkte Umstellung möglich.

Einem guten Züchter sollte es nicht schwerfallen, sein Fachwissen und Enthusiasmus unter Beweis zu stellen. Es sollte dem Züchter oder der Züchterin anzumerken sein, dass die Tiere nicht als „Geldmaschine“ gehalten werden, sondern das Tierwohl an erster Stelle steht. Einen guten Züchter macht auch aus, dass sie oder er aufmerksam und ehrlich alle Fragen von Interessenten beantwortet, auch wenn es mal länger dauert.

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