In freier Natur nehmen wildlebende Sugar Glider je nach Saison mal mehr, mal weniger tierische Nahrung zu sich. Dabei stehen Insekten jeglicher Art, kleine Wirbeltiere und Vögel und deren Küken auf ihrem Speiseplan.
Auch in Menschenobhut stellt „lebendes“ Futter eine sinnvolle und sehr beliebte Ergänzung des Speiseplans von Sugar Glidern dar. Die meisten Sugar Glider nehmen Lebendfutter dankbar und gierig entgegen, wenn sie es kennen.
Als besonders geeignet erweisen sich Futterinsekten, die man über den Terrarien-Fachhandel beziehen oder selber züchten kann. Hier reicht das Angebot von Mehlwürmern, Zophobas, Heimchen, Grillen und Heuschrecken jeder Größe bis hin zu Wachsmaden und Schaben. Die Futterinsekten können entweder direkt aus der Hand oder aus Näpfen (Achtung bei Grillen, Heimchen und Heuschrecken, da sie sprungfreudig sind) gefüttert werden. Eine Fütterung aus der Hand ist unserer Meinung nach zu bevorzugen, da so eine Kontrolle über die jeweils gegebene Menge pro Tier gewährleistet ist und eventueller Streit um die besonderen Leckerbissen innerhalb der Gruppe vermieden werden kann. Die Fütterung von anderen Futtertieren wie Mäusen oder Küken praktizieren wir nicht. Sofern es die Voliere ermöglicht, kann man einzelne Futtertiere während der Aktivitätsphase der Sugar Glider auch frei in der Voliere verteilen, sodass sich die Sugar Glider ihre Nahrung erbeuten müssen. Dieses Jagdverhalten stimuliert sie sichtlich und es bereitet ihnen viel Freude gemeinsam zu jagen.

Auch wenn Futtertiere sehr gerne genommen werden und ein hervorragendes Mittel sind, um eine intensive Bindung zu seinen Glidern aufzubauen, sollte man die Gabe von Lebendfutter nicht übertreiben. Lebende Futtertiere haben einen hohen Fettgehalt und ein sehr ungünstiges Calcium-Phosphor-Verhältnis. Sofern die Futtertiere als Ergänzung eines für Sugar Glider geeigneten Ernährungsplans gegeben werden, können lebendige Futtertiere in entsprechender Menge täglich gegeben werden.
Besonders trächtige und säugende Weibchen haben einen erhöhten Bedarf an Protein. Wenn man die Zeit und die Möglichkeit hat, die Futtertiere selbst zu züchten, hat man eine gute Kontrolle über die Qualität der Futtertiere und ständig ausreichend Lebendfutter vorrätig. Werden die Futtertiere erworben, sollte man darauf achten, dass man die Futtertiere nach dem Kauf gut ernährt, bevor sie den Sugar Glidern gegeben werden. Häufig sind die Futtertiere beim Kauf durstig, hungrig und somit wenig gehaltvoll. Das Prinzip „gut loading“ (hochwertige Ernährung der Futtertiere) sollte genutzt werden, um den Nährstoffgehalt von Futterinsekten aufzuwerten. Eine auch in der Terraristik genutzte Methode zur Aufwertung von Futterinsekten ist es den Futterinsekten vor dem Verfüttern einen Brei aus Gemüse/Obst anzubieten, den man mit Calcium anreichert. Auf diese Weise wird das ungünstige Calcium-Phosphor-Verhältnis etwas aufgebessert. Ebenso kann man die Futtertiere vor dem Verfüttern mit Calcium bestäuben. Allerdings sollte man deutlich darauf achten, dass die Gabe von Calcium ausgewogen ist und man nicht aus guten Intentionen am Ende zu viel Calcium gibt.
